Neurologie

Leitung: Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Klaus Rieke

Als Neurologen beschäftigen wir uns mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems und der peripheren Nerven sowie mit Muskelerkrankungen. Dazu zählen zum Beispiel Multiple Sklerose, Schlaganfälle, Epilepsien, Migräne oder Parkinson. Aber auch Hirnhautentzündungen, Blutungen im Kopf, Bandscheibenvorfälle und Lähmungen gehören zu unserem Fachgebiet. Unser besonderes Augenmerk gilt den Schlaganfallpatienten: Wir versorgen jährlich bis zu 700 Betroffene auf unserer zertifizierten Spezialstation, der Stroke Unit. Weiterhin konzentrieren wir uns in unserem Schlaflabor auf Patienten mit Schlafproblemen.

Uns zeichnet aus, dass wir mit den anderen Fachabteilungen im St. Marien-Hospital sehr eng zusammenarbeiten, etwa mit den Kollegen aus der Kardiologie und aus der Geriatrie. Gerade bei älteren Patienten ist es hilfreich, dass wir die spezialisierten Ärzte für Altersmedizin hinzuziehen und uns über gemeinsame Patienten beraten können. Da viele ältere Patienten in der Geriatrie weiterversorgt werden, müssen sie nicht das Haus wechseln und die Ärzte sind bereits eingebunden.

Unser Leistungsspektrum

Schlaganfall & TIA - Notfall!

Bei einem Schlaganfall (Apoplex) setzen Funktionen im Gehirn „schlagartig“ aus, weil bestimmte Bereiche nicht mehr durchblutet und somit nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Je nachdem, wie lange die Mangelversorgung anhält, können Nervenzellen und die darin gespeicherten Informationen absterben.

Treten Symptome eines Schlaganfalls auf, zählt deshalb jede Minute!
Eine transitorische ischämische Attacke (TIA) geht einem Schlaganfall oftmals voraus und ist eine vorübergehende Durchblutungsstörung. Die Symptome sind dieselben wie bei einem Schlaganfall, allerdings sind sie nur von sehr kurzer Dauer.

Typische Warnsignale für einen Schlaganfall sind:

  • Plötzliches pelziges oder taubes Gefühl in einem Arm, einem Bein oder in einer ganzen Körperseite
  • Plötzliche Kraftlosigkeit/Bewegungseinschränkung eines Arms, eines Beins oder einer Körperhälfte
  • Sprachstörungen bzw. Sprachverlust
  • Schwierigkeiten, Sprache zu verstehen
  • Akut einsetzende Sehschwäche, Einschränkung des Gesichtsfelds oder Erblindung
  • Massive Kopfschmerzen, Übelkeit und Nackensteifigkeit bei Blutungen

Akuter Schlaganfall – Was ist zu tun?

  • Sofort Notruf 112 rufen bzw. rufen lassen!
  • Fenster öffnen, enge Kleidungsstücke lockern
  • Atemwege freihalten
  • Für Ruhe des Betroffenen sorgen

Was man dem Notarzt mitteilen muss:

  • Wann genau (Uhrzeit) ist die Störung aufgetreten?
  • Welche Medikamente hat der Betroffene regelmäßig eingenommen?
  • Welche Vorerkrankungen sind bekannt?
  • Gab es vor kurzer Zeit Operationen?
Schlaganfall & TIA - Ursachen und Therapie

Ursachen
Häufig ist eine Durchblutungsstörung, die durch ein verstopftes Blutgefäß ausgelöst wird (Hirninfarkt, Ischämie), Ursache eines Schlaganfalls. Das Gehirn wird in diesem Fall nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Wesentlich seltener ist eine Hirnblutung der Grund. Bei einer Hirnblutung handelt es sich um ein eingerissenes oder geplatztes Gefäß, aus dem Blut ins Hirngewebe eindringt (Hämorrhagie).

Diagnostik und Therapie
Wenn ein Patient mit Verdacht auf Schlaganfall in unsere Klinik kommt, handeln wir schnell:

Durch Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) können wir feststellen, was den Schlaganfall verursacht hat – ein verschlossenes Gefäß oder eine Hirnblutung? Der Auslöser des Schlaganfalls ist entscheidend für die Wahl der Therapie.

Bei einem ischämischen Schlaganfall ist es wichtig, die Durchblutung des betroffenen Gehirnbereichs wieder zu ermöglichen. Hier steht die Wiedereröffnung des Blutgefäßes entweder medikamentös (Thromolyse)oder eine mechanische Wiedereröffnung durch die Neuroradiologen im Mittelpunkt. Hierbei wird durch die Radiologen ein verstopftes Gefäß wiedereröffnet, indem sie über die Leiste einen Katheter – einen dünnen Schlauch – einführen und das Blutgerinnsel entfernen (Thrombektomie).

Bei einem hämorrhagischen Schlaganfall müssen wir z.B. durch medikamentös blutdrucksenkende Maßnahmen die Blutung möglichst schnell zum Stillstand bringen, um negative Konsequenzen zu vermeiden. Bei größeren Blutungen kann es nötig sein, das Blut während einer Operation zu beseitigen.

Stroke Unit

Unsere acht Betten umfassende Stroke Unit ist eine spezielle Station für Schlaganfall-Patienten. Hier betreuen ein Arzt und speziell ausgebildete Pflegekräfte die Betroffenen rund um die Uhr. Die lebenswichtigen Funktionen (Herzschlag, Atmung, Temperatur, Blutdruck) werden ständig überwacht. In der Stroke Unit ist auch immer ein speziell weitergebildeter Neurologe anwesend. Zudem arbeiten hier speziell weitergebildete Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Mitarbeiter des Sozialdienstes. Kardiologen, Intensivmediziner, Gefäßchirurgen und Neurochirurgen stehen jederzeit zur Verfügung.

Die Patientenzimmer auf der Station sind nach neurophysiologischen Kriterien gestaltet. So sind zum Beispiel geometrische Figuren an Wänden und Decken angebracht, um Aufmerksamkeitsdefizite, Sehstörungen sowie die Vernachlässigung einer Körperhälfte (Neglect-Syndrome), die bei Schlaganfallpatienten häufig auftreten, bereits frühzeitig in die Behandlung mit einzubeziehen.

Seit 2010 trägt unsere Station das Siegel „Zertifizierte Stroke Unit" der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe  und der Schlaganfallgesellschaft . Diese Auszeichnung erhalten nur Abteilungen, die höchste medizinische, technische und pflegerische Vorgaben erfüllen.

Morbus Parkinson

Morbus Parkinson ist eine Bewegungsstörung und basiert auf einer Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Häufig sind ältere Menschen von der Krankheit betroffen. Die Bewegungen werden langsamer und die Muskeln steifer und zähflüssiger in Ihrer Bewegung. Zusätzlich leiden die Patienten unter einem Zittern meist der Hände. Die Symptome treten zu Beginn schleichend auf, nehmen aber im Verlauf der Krankheit zu.

Diagnostik
Die Parkinson-Erkrankung ist meist schon durch eine eingehende Anamnese (Befragung) und die klinisches Untersuchung zu diagnostizieren, CT- und MRT-Untersuchungen bringen hier weniger Aufschluss. Lediglich die DaTSCAN-Szintigrafie kann die Diagnose stützen. Dieses Verfahren können wir in der Nuklearmedizin  des St. Marien-Hospitals anbieten. Besonders hervorzuheben ist unsere Mitgliedschaft im Kompetenznetz Parkinson –  ein Zusammenschluss von Ärzten und Forschern, die klinisch oder wissenschaftlich auf dem Gebiet der Parkinson-Krankheit arbeiten.

Parkinson-Komplexbehandlung
Die Parkinson-Komplexbehandlung beinhaltet unterschiedliche Therapien, die in hoher Frequenz mit dem Patienten durchgeführt werden. Dazu zählen:

  • Medikamentöse Therapie
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Sporttherapie
  • Musiktherapie
  • Tanzen/Ballett
  • Aktivierende Pflege

Das Besondere an der Parkinson-Komplexbehandlung (PKB) ist der intensive berufsgruppenübergreifende  Behandlungsansatz. Dieser ermöglicht Ihnen eine tägliche mehrstündige Behandlung, die je nach Ihrem individuellen Beschwerdebild vom Therapeutenteam eine auf Sie zugeschnitten wird. Je nach Einschränkung können sich ganz unterschiedliche Schwerpunkte ergeben (z. B. logopädische Sprechübungen und Schlucktherapie bei Schluckstörungen oder Ergotherapie bei Störungen der Feinmotorik bzw. zur Verbesserung von Gedächtnisstörungen). Bei den meisten Patienten wird allerdings der Schwerpunkt auf intensiver Physio- und Ergotherapie liegen (z. B. Gehtraining, Sturzprophylaxe, Anti-Freezing-Training etc.).

Parallel überprüfen, verändern und ergänzen wir Ihre medikamentöse Einstellung je nach Bedarf und immer in Absprache mit Ihnen.

Wir kooperieren eng mit der Neurochirurgie der St. Barbara-Klinik in Hamm-Heessen: So können wir auch Patienten mit einem Hirnschrittmacher bei uns behandeln. Die Kollegen in der St. Barbara-Klinik setzen den Hirnschrittmacher ein. Bei der OP sind wir ebenfalls anwesend. Die Vor- und Nachbehandlung des Patienten findet jeweils bei uns statt.

Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (Kurzform: MS) ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die oft im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auftritt. Die Ursachen sind bislang unklar – die Krankheit kann plötzlich ohne Vorboten ausbrechen.

Bei einer MS greifen die Zellen des Immunsystems irrtümlicherweise körpereigenes Gewebe an, schädigen und zerstören es. Darum spricht man auch von einer Autoimmunerkrankung. MS ist eine der häufigsten Erkrankungen in der Neurologie.

Symptome
Die MS verläuft bei jedem Patienten anders und die Krankheitszeichen sind vielfältig – zu Beginn eher in Schüben und später oft chronisch-voranschreitend. Manche Betroffene klagen anfangs über Empfindungsstörungen an Armen oder Beinen oder sie können schlechter sehen. Darüber hinaus fühlen sich die Patienten mitunter kraftlos, leiden unter Schwindel, haben Lähmungserscheinungen oder die Muskeln versteifen.

Der Hintergrund: Bei MS-Patienten ist die Schutzschicht entzündet, die die Nervenfasern umhüllt. Das kann an einer oder mehreren Stellen im Körper passieren. Innerhalb der Nervenfasern werden Impulse dann nicht mehr richtig weitergeleitet und darum können neurologische Symptome wie Sehstörungen, Lähmungen, Missempfindungen  oder aber auch das vegetative Nervensystem betreffende Störungen (Blasenstörungen,  Müdigkeit) auftreten.

Diagnostik und Therapie
Die Verdachtsdiagnose auch der MS wird meist schon durch eine eingehende Anamnese (Befragung) und die klinisches Untersuchung gestellt. Unsere Radiologen untersuchen die Patienten dann im Magnetresonanztomografen (MRT). Hierbei erstellen sie Bilder von Kopf und Wirbelsäule, um die Entzündungsherde im Gehirn sowie das Rückenmark genauer betrachten zu können. Manchmal ist es für die Stellung der Diagnose notwendig, durch eine Nervenwasseruntersuchung (Lumbalpunktion) durchzuführen.

Wir behandeln alle Formen der MS. Besonders wichtig ist uns, die Selbstständigkeit und Lebensqualität des Patienten so lange und so gut wie möglich zu erhalten. Es kommen mehrere Behandlungsformen zum Einsatz:

  • Medikamentöse Therapien
  • Schubtherapien bei akut erkrankten Patienten
  • Intervalltherapien mit Medikamenten, die das Immunsystem beeinflussen, um die Schübe zu reduzieren
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädie
Epilepsie

Krampfanfälle entstehen aus einer Übererregbarkeit von Gehirnzellen. Dies kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens auftreten.

Epileptische Anfälle sind von Patient zu Patient ganz unterschiedlich: Manche, nur wenige Sekunden dauernde Anfälle, nehmen die Außenstehende kaum wahr. Krampfanfälle halten mitunter minutenlang an und können mit einer Bewusstlosigkeit einhergehen.

Die wichtigste Untersuchung bei Patienten mit Krampfanfällen ist neben Anamnese und klinischer Untersuchung das EEG (EEG = Elektroenzephalografie). Bei einer Elektroenzephalografie wird die Hirnaktivität gemessen. Manchmal müssen auch spezielle EEG-Untersuchung durchgeführt werden, einige dieser Spezialableitungen können als kombinierte EEG/Videountersuchung in unserem eigenen Schlaflabor abgeleitet werden.

Die Therapie richtet sich nach der Art der Anfälle. Wir stellen den Patienten wenn notwendig gezielt medikamentös ein, um das Risiko für weitere epileptische Anfälle zu senken.

Entzündungen des Gehirns und der Hirnhaut

Erkrankungen wie die Hirnhautentzündung (Meningitis) und Gehirnentzündung (Enzephalits) können lebensgefährlich sein. Darum müssen die Betroffenen sofort im Krankenhaus behandelt werden.

Ursachen
Auslöser einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung können Bakterien (zum Beispiel Borrelien, übertragen von Zecken) oder Viren (etwa Mumps- oder Herpesviren) sein. Eigentlich schützt die Blut-Hirn-Schranke das Gehirn vor solchen Eindringlingen. Bei schwacher Körperabwehr kommt es vor, dass die Erreger dennoch ins Gehirn gelangen und dort eine Entzündung verursachen.

Diagnostik und Therapie
Die Hirnhautentzündung und die Gehirnentzündung sind nicht immer sofort als solche zu erkennen. Die ersten Anzeichen ähneln einer Erkältung mit Fieber, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Müdigkeit. Ist das Bewusstsein getrübt und klagt der Patient über einen steifen Nacken, sind das wichtige Hinweise für uns. Nach einer  CT- oder MRT- Untersuchung hilft uns schlussendlich die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) eine eindeutige Diagnose zu stellen.

Bei der Behandlung des Patienten kommen verschiedene, gegen Bakterien und Viren gerichtete Medikamente zum Einsatz, um ihn zunächst außer Lebensgefahr zu bringen. Wenn wir den genauen Erreger kennen, können wir die Medikamente individuell anpassen.

Die Therapie richtet sich nach der Art der Anfälle. Wir stellen den Patienten wenn notwendig gezielt medikamentös ein, um das Risiko für weitere epileptische Anfälle zu senken.

Neuropathien

Neuropathien sind Erkrankungen des peripheren Nervensystems.

Das periphere Nervensystem umfasst den Teil des Nervensystems, der nicht zum Gehirn und zum Rückenmark gehört. Das Periphere Nervensystem liegt außerhalb des Schädels und des Wirbelkanals.

Am häufigsten behandeln wir Patienten mit einer sogenannten Polyneuropathie. Hierbei sind dabei mehrere Nerven betroffen. Diese Erkrankung entsteht meist in Folge der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), einer Alkoholerkrankung oder der Einwirkung anderer Gifte. Ebenso kann die Polyneuropathie als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten.

Bei Neuropathien handelt es sich meist um chronische Erkrankungen, die sich nicht heilen lassen. Wir können den Betroffenen allerdings schmerzlindernde Medikamente geben, um zumindest die Symptome in den Griff zu bekommen. Nur wenige entzündlich bedingte Nervenerkrankungen (Neuritis) können durch spezifische Medikamente ausheilen.

Schlafstörungen (Schlafapnoe Syndrom, "Schlafkrankheit")

In unserem Schlaflabor können wir sämtlichen Schlafstörungen auf den Grund gehen und angemessene Therapien einleiten.

Patienten, die unsere Klinik aufsuchen, schlafen entweder schlecht oder zu viel. Bevor sie zu uns kommen, muss der niedergelassene Arzt (Hausarzt, Lungenarzt oder HNO-Arzt) eine schlafbezogene Erkrankung mithilfe einer speziellen ambulanten Untersuchung (Polygraphie) feststellen.

Ablauf im Schlaflabor
Wenn eine Untersuchung im Schlaflabor angezeigt ist, kommt der Patient gegen 20 Uhr zu uns, wird dann an verschiedene Geräte angeschlossen und schläft bis circa 6 Uhr. In der Nacht messen wir unter anderem die Gehirnströme, die Atmung, den Herzschlag, Bewegungen während des Schlafs und die Lage des Patienten, um zu schauen, ob seine Beine zucken. Am Tag darauf wird ausgewertet: Schläft der Patient gut? Träumt er? Gibt es Atemaussetzer? Wir analysieren auch, wie tief und erholsam der Patient schläft.

Das technische Equipment ist sehr umfassend: Das Tragen der Elektroden und Kabel ist  aber nicht schmerzhaft, höchstens etwas unangenehm. Da der niedergelassene Arzt bereits eine ähnliche, nicht ganz so aufwendige Untersuchung durchführt hat, ist unseren Patienten die Situation meist nicht fremd.

Obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS)
Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine Krankheit, die durch Atemstörungen verursacht wird. Die häufigste Form des SAS ist das obstruktive Schlafapnoesyndrom (Kurzform: OSAS). Patienten fallen meistens dadurch auf, dass sie schnarchen und Atemaussetzer haben – sehr zum Leid ihres Bettnachbarn. Ein Großteil der Betroffenen ist übergewichtig.

Abhilfe schaffen Atemmasken, die wir hier im Schlaflabor individuell auf den Patienten einstellen und im weiteren Verlauf regelmäßig kontrollieren. Der Patient bekommt ein Beatmungsgerät mit nach Hause und muss die Atemmaske jede Nacht anlegen, damit die Atemaussetzer nicht mehr auftreten.

Narkolepsie
Die Narkolepsie wird im Volksmund auch „Schlafkrankheit“ genannt. Narkolepsie ist neurologische Erkrankung, verbunden mit einer exzessiven Tagesschläfrigkeit und kurzzeitigem Muskelversagen (Kataplexien). Beispielsweise können plötzlich die Gesichtsmuskeln erschlaffen oder die Beine weg sacken.

Mit speziellen Medikamenten kann man die Symptome der Patienten soweit beeinflussen, dass der Patient wieder ein normales Leben führen kann.  Zusätzlich kann der Patient Bewältigungsstrategien erlernen,  das heißt er sollte in seinem Alltag bestimmte Umstände vermeiden, die den Schlafzwang oder das Muskelversagen begünstigen (zum Beispiel unregelmäßige Arbeitszeiten, falsche Ernährung, Rauchen etc.).

Neuromuskuläre Erkrankungen

Neuromuskuläre Erkrankungen können unterschiedlich ausgeprägt sein. Es handelt sich zum Beispiel um Muskelentzündungen, Muskeldegenerationen (schrittweise fortschreitende Muskelschwäche) , Nervenentzündungen oder Veränderungen des Rückenmarks oder einzelner Rückenmarkszellen. Im Verhältnis zu den oben genannten Krankheitsbildern treten diese Erkrankungen seltener auf.

Unter den Muskelerkrankungen kommt die Myasthenie (übersetzt: Muskelschwäche) am häufigsten vor. Typisch für diese Krankheit: Bei zunehmender Belastung lässt die Muskelkraft nach. Patienten fallen beispielsweise aus dem Nichts die Augen zu, wenn sie lange geradeaus schauen oder sie werden immer leiser, je länger sie sprechen. Ursache ist eine gestörte Übertragung von Nervenimpulsen auf die Muskeln. Die Myasthenie ist eine Autoimmunerkrankung.

Wir können die Myasthenie heute  gut medikamentös behandeln. Der Patient erhält dadurch seine volle Kraft und Lebensqualität zurück.

Schwindel & Gangstörungen

Schwindel kann verschiedene Ursachen haben.

Häufig kommt er von den Gleichgewichtsorganen, die nicht mehr synchron arbeiten. Deshalb behandeln wir Patienten mit Schwindel oft in enger Zusammenarbeit mit den Hals-Nasen-Ohren-Ärzten im Haus. Zur Behandlung greifen wir in der Regel nicht nur auf Medikamente zurück, sondern unterstützen die Betroffenen durch gezielte Physiotherapie. Wer unter Schwindel leidet, kann aber auch Kreislaufprobleme haben. In dem Fall betreuen wir die Patienten gemeinsam mit den Kardiologen.

In seltenen Fällen sind Nervenentzündungen im Gehirn für den Schwindel verantwortlich. Auch gut- oder bösartige Tumore im Gehirn, die an den Gleichgewichtsnerven sitzen, sind vereinzelt ein Auslöser. Zwar sollte nicht jeder Mensch, der Schwindel beklagt, gleich an einen Tumor oder an einen Schlaganfall denken. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein Krankheitszeichen, das wir ernst nehmen müssen. Dementsprechend liegt unsere Aufgabe darin, der Ursache auf den Grund zu gehen.

Demenz

Demenz – der Verlust von Gedächtnis, Konzentrationsvermögen und Orientierung – ist eine Erkrankung, die nicht nur bei älteren Menschen auftritt.

Im St. Marien-Hospital kümmern sich in erster Linie Neurologen, Geriater  und Psychiater  gemeinsam um Demenzpatienten.

Eine wichtige Rolle bei der Diagnose spielen auch die Radiologen, die die Bildgebung verantwortlich durchführen. Unser Ziel ist es immer, dass der Arzt mit der meisten Expertise für das jeweilige Krankheitsbild den Patienten betreut.

Chefarzt

Priv.- Doz. Dr. med. Klaus Rieke

Priv.- Doz. Dr. med. Klaus Rieke
Knappenstraße 19
59071 Hamm

02381/18-2351
02381/18-2352
klaus.rieke@marienhospital-hamm.de

Abendvorlesung Gesundheit

Am 24. Januar 2018 wird Chefarzt Priv. - Doz. Dr. Klaus Rieke zum Thema "Das Parkinson-Syndrom" referieren. Im Anschluss beantwortet er gerne Ihre Fragen.

Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr im Heinrich-von-Kleist-Forum Hamm (gegenüber dem Hauptbahnhof).

 

Bereits um 18:30 Uhr besteht die Möglichkeit zu einem allgemeinen kostenlosen Gesundheitscheck.

 

Sie sind herzlich eingeladen - der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Informationen zum Download

Flyer Stroke Unit (287,6 KiB)