Geriatrie, Altersmedizin, Frührehabilitation und Diabetologie

Leitung: Chefarzt Dr. Siegfried Reinecke

In der Klinik für Geriatrie behandeln wir ältere Menschen, die häufig an mehr als einer Erkrankung leiden. Wir nehmen unsere Patienten ganzheitlich in den Blick und ermitteln systematisch, was vorrangig behandelt werden muss und wie wir ihren Gesundheitszustand verbessern können (Assessment). Auf Basis der Ergebnisse stellen wir einen individuellen Behandlungsplan auf. Besonders wichtig ist uns dabei, den Willen des einzelnen Patienten zu berücksichtigen und auch die Anliegen seiner nächsten Angehörigen oder Vertrauenspersonen miteinzubeziehen. Mithilfe unseres umfassenden Therapieangebots arbeiten wir mit den Patienten gemeinsam daran, dass sie möglichst lange mobil und selbstständig bleiben können.

An der Behandlung ist deshalb ein engagiertes interdisziplinäres Team beteiligt, das Hand in Hand arbeitet:
Ärzte, Pflegepersonal, Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten, Krankenhausseelsorger und Sozialdienstmitarbeiter.

Unser Leistungsspektrum

Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität)

Ältere Menschen, die zu uns kommen, haben oftmals mehrere akute oder chronische Erkrankungen gleichzeitig. Der Fachbegriff dafür lautet Multimorbidität. Darunter fallen zum Beispiel

  • Lungenentzündungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • schmerzhafte Beweglichkeitsstörungen und Gelenkerkrankungen
  • Inkontinenzprobleme
  • Schlaganfallfolgen
  • Hirnabbau-Erkrankungen
  • Gebrechlichkeit (Frailty)

Diese Erkrankungen werden bei uns mit in der Behandlung berücksichtigt.

Ältere Patienten, die zunächst in der Unfallchirurgie behandelt worden sind – etwa weil sie operiert werden mussten –, betreuen wir hier in der Geriatrie weiter, sofern sie mehrfach erkrankt sind. Dabei stimmen wir uns nach Bedarf eng mit den entsprechenden Fachspezialisten des St. Marien-Hospitals ab.  Folgende Erkrankungen und altersbedingte Probleme klären wir in unserer Abteilung ab:

  • Hirnleistungsstörungen: Demenz, Alzheimer Krankheit
  • Stürze und Fallneigung
  • abnehmende Selbstständigkeit: Ist eine Unterbringung im Pflegeheim vermeidbar?
  • Einnahme verschiedener Medikamente:
    • Benötigt der Patient wirklich alle verordneten Medikamente?
    • Kann er die Einnahme noch zuverlässig eigenständig umsetzen?
    • Können wir die Anzahl der Medikamente reduzieren?
    • Muss er ggf. neu medikamentös eingestellt werden?
  • Frührehabilitation nach Knochenbrüchen oder Schlaganfall (wenn internistisch-geriatrische Begleiterkrankungen/Probleme eine zeitgerechte Entlassung verhindern)
Assessment (Einstufung des Gesundheitszustandes)

Wenn ein Patient zu uns kommt, setzt sich unser Team intensiv mit ihm auseinander. Um zu erkennen, wie sein aktueller Gesundheitszustand ist und wo seine Förderungsmöglichkeiten liegen, greifen wir auf verschiedene Testverfahren zurück.

Innerhalb der ersten Tage seines Aufenthalts überprüfen wir strukturiert die Bereiche Wahrnehmung (Kognition), Gemütslage (Emotion), bisherige soziale Versorgung, Pflegebedarf und Beweglichkeit (Mobilität). Wir setzen dafür unter anderem diese Tests ein:

  • MMSE (Mini-Mental State Examination nach Folstein): Überprüfung der Gedächtnisleistungen und anderer Hirnfunktionen
  • ADL nach Barthel: Aktivitäten des täglichen Lebens: Beurteilung der Selbstversorgungsfähigkeit
  • Test zur sozialen Situation: Analyse der Versorgungssituation: Soziales Umfeld, häusliche und außerhäusliche Aktivitäten, Wohnumfeld, Pflege- bzw. Hilfsmittelbedarf, rechtliche Verfügungen
  • Mobilitätstest nach Tinetti: Bewertung der Gehfähigkeit
  • Geriatrische Depressionsskala (GDS): Aufdecken von depressiven Erkrankungen, die im Alter häufiger vorkommen
  • Braden-Skala: Abschätzung des Risikos, dass ein pflegebedürftiger Patient sich wundliegt (Dekubitus)

Je nach Bedarf stehen weitere Verfahren wie der Uhrentest (Prüfung des Raumvorstellungsvermögens, der Konzentration und der Feinmotorik), der DemTect (Demenz-Detektion) und der Syndrom-Kurztest (Prüfung der Gedächtnisleistung und weiterer Hirnfunktionen) zur Verfügung.

Die Ergebnisse helfen uns dabei, die einzelnen Erkrankungen einzuschätzen und einen Therapieplan aufzustellen.

In unseren wöchentlichen Fallbesprechungen diskutieren wir die Fortschritte unserer Patienten und die infrage kommenden Möglichkeiten für die Zeit nach dem stationären Aufenthalt. Gemeinsam formulieren wir individuelle, realistische Ziele.

Therapien in der Altersmedizin

In der Geriatrie setzen wir alle gängigen internistischen Therapieverfahren wie Infusionen und Schmerztherapie ein. Im Rahmen der Schmerztherapie greifen wir bisweilen auf das schonende Naturheilverfahren Akupunktur zurück. Akupunktur kann auch dabei helfen, die Medikamentenanzahl der Patienten zu reduzieren. Dank einer besonderen Einstichtechnik und dem Gebrauch von Qualitätsnadeln ist die Akupunktur annähernd schmerzfrei.

Weiterhin unterstützt unser geriatrisches Team die Patienten auf vielen Ebenen:

  • Das Pflegepersonal betreut und begleitet die Patienten während ihres Krankenhausaufenthaltes. Im Rahmen der aktivierenden Pflege üben die Mitarbeiter unter anderem Alltagsaktivitäten mit den Patienten, zum Beispiel sich selbst ankleiden, selbstständig essen etc.
  • Die Ergotherapeuten trainieren alltagsrelevante Fähigkeiten mit den Patienten.
  • Die Logopäden erheben Befunde und führen Therapien bei Stimm-, Sprach- und Schluckstörungen durch.
  • Die Physiotherapeuten verbessern die Beweglichkeit mit krankengymnastischen Behandlungen und lindern Beschwerden mithilfe von physikalischen Therapien.

Für Diabetespatienten bieten wir einen besonderen Service an: In enger Kooperation mit unserer Funktionseinheit "Diabetes-Service" schulen und beraten wir die Betroffenen und stellen sie bei allen Formen von Diabetes ein. Auf Wunsch beziehen wir auch Angehörige oder Vertrauenspersonen des Patienten in die Schulung ein.

Natürlich sind auch unsere Krankenhausseelsorger immer ansprechbar. Sie kommen die Patienten regelmäßig besuchen – auf Wunsch sind seelsorgerische Gespräche und die Eucharistiefeier/Feier des  Abendmahls möglich.

Sozialdienst und Familiale Pflege

Es kann passieren, dass ein älterer Mensch nach dem Aufenthalt in unserer Klinik nicht mehr in sein Zuhause zurückkehren kann oder künftig mehr Betreuung benötigt, etwa durch einen Pflegedienst. Da die Planung mitunter einige Zeit in Anspruch nimmt, sollten Sie als Angehörige am besten zeitnah daran denken, wie es nach der Entlassung für den Patienten weitergehen kann.

Wir sind Ihnen gerne behilflich und beraten Sie zu den Möglichkeiten. Sprechen Sie uns also an, wenn Sie Informationen oder Unterstützung brauchen. Vereinbaren Sie ruhig auch schon frühzeitig einen Termin mit den Verantwortlichen unseres Sozialdienstes oder der Familialen Pflege.

Aufgabe des Sozialdienstes ist es, Patienten und Angehörige in persönlichen, wirtschaftlichen und sozialrechtlichen Belangen sowie zur weiteren Versorgung nach dem stationären Aufenthalt zu beraten und entsprechende Hilfestellung zu geben.

Die MitarbeiterInnen der  Familialen Pflege helfen Ihnen, sich auf die Pflege zu Haus vorzubereiten und können Sie zu Hause bis zu 6 Wochen nach der Entlassung begleiten.

Wenn ein Familienmitglied langsam bedeutsame Gedächtnisprobleme im Sinne einer beginnenden Demenz bekommt, ist das für niemanden leicht. Um Sie als Angehörige bestmöglich auf die Betreuung und den Umgang mit dem Patienten vorzubereiten, bieten wir spezielle Kurse an. Die nächsten Kurstermine entnehmen Sie bitte dem Flyer "Demenz Kompetenz".

Diabetes

Als Diabetes-Beratungs-Team stehen wir Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern Medizinischer Berufe gerne zur Seite, wenn es um Fragen oder um Problemlösungen bei der Betreuung von Menschen mit Diabetes geht:

  • Einstellung auf Blutzucker-senkende Tabletten
  • Einstellung auf Insulin-Therapie (auch intensivierte Insulintherapie und Insulinpumpenberatung)
  • Erklärung von Hilfsmitteln in der Diabetesbehandlung (Pen, Messgeräte und Stechhilfen)
  • Probleme in der Behandlung des Typ 1 und Typ 2 Diabetes
  • Unterzuckerung und Koma bei Diabetes
  • Diabetes und Übergewicht
  • Diabetes und Bluthochdruck
  • Diabetes und Blutgefäßerkrankungen
  • Diabetes und Fußerkrankungen
  • Diabetes und Gefühlsstörungen (z. B. Brennen in den Füßen und Unterschenkel oder taubes Gefühl in den Zehen oder Füßen)
  • Nutzung der Hochtontherapie für Menschen mit Diabetischer Polyneuropathie

Chefarzt

Dr. med. Siegfried Reinecke

Dr. med. Siegfried Reinecke
Nassauerstraße 13-19
59065 Hamm

02381/18-2501
02381/18-2502
Siegfried.Reinecke@marienhospital-hamm.de

23. Diabetes-Tag

Am 11. November 2017 laden wir Sie ein, am 23. Diabetes-Tag  etwas über neue Erkenntnisse zur begleitenden Therapie zu erfahren.

Das Programm:

14:00 - 14:30 Uhr: Dr. M. Bohle
Neue Diabetes-Technologien –
Was können Freestyle und Co, wer bezahlt es?

14:30 - 15:00 Uhr: Frau M. Tulfot, Diabetesberaterin DDG
Neue Sicht auf Zucker -
Krankmacher, Tröster oder Nervennahrung?

15:00 - 15:30 Uhr: Pause und Besuch der Ausstellung

15:30 - 16:00 Uhr: Jolante Wittek-Patulo / Frau S. Werner
Kann der Diabetes-Hund uns weiterhelfen?

16:00 Uhr: Dr. Siegfried Reinecke
Neues vom Diabetes-Kongress

Die Veranstaltung findet in der Nassauerstr. 13-19 (Haupteingang) statt.

Sie sind herzlich eingeladen - der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Informationen zum Download

Flyer Geriatrie (4,3 MiB)