Anästhesie und operative Intensivmedizin

Leitung: Chefarzt Dr. med. Tim Koenen, MBA

Das Fach Anästhesiologie umfasst die Bereiche Narkose, Intensivmedizin, Notfallmedizin sowie die Schmerztherapie. Daher hat die Abteilung für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin vielfältige Aufgaben im St. Marien-Hospital:

Ein Schwerpunkt ist es, unsere Patienten vor Operationen genauestens zu untersuchen und anschließend individuell aufzuklären, das gewählte Anästhesieverfahren durchzuführen und sie ferner während und selbstverständlich auch nach der Operation zu begleiten.

Außerdem leiten wir die operativen Intensivstation des Hauses, betreuen das ambulante Operationszentrum und stellen ebenso die Versorgung von Schmerzpatienten sicher. Hier zeichnen wir uns sowohl für Patienten mit akuten Schmerzen nach Operationen als auch für solche mit chronischen Schmerzen verantwortlich.

Die Verantwortlichkeit unserer Ärztinnen und Ärzte im Rahmen des Notarztdienstes der Stadt Hamm vervollständigt das Spektrum der Klinik.

Dass Sie sich als Patient bei uns immer sicher und willkommen fühlen, ist unser vorrangiges Ziel. Wir möchten, dass Sie sich uns guten Gewissens anvertrauen können. Gerade bei einem so sensiblen Thema wie einer bevorstehenden Anästhesie ist dies unumgänglich.

Sie können sich auf unsere Kompetenz und Erfahrung verlassen. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Unser Leistungsspektrum

Narkoseverfahren


Bei Ihnen oder einem Ihrer Angehörigen steht eine Operation an, für die ein Anästhesieverfahren notwendig ist. Wir wissen, dass dies Patienten oftmals Unbehagen, vielleicht sogar Angst bereiten kann. Aber seien Sie versichert: Bei uns sind Sie gut aufgehoben. Wir kümmern uns darum, dass Sie den anstehenden Eingriff sicher und schmerzkontrolliert überstehen.


Im Vorfeld dessen suchen wir deshalb das ausführliche und vertrauensvolle Gespräch mit Ihnen. Je nach Art des geplanten Eingriffs ermitteln wir die für Sie in Frage kommenden Narkoseverfahren und berücksichtigen dabei insbesondere Ihre eventuellen Vorerkrankungen und Vorstellungen zur Anästhesie.

Grundsätzlich unterscheiden wir die Regionalanästhesie und die Allgemeinanästhesie.  Unabhängig vom gewählten Verfahren werden Sie während des Eingriffs lückenlos begleitet und stets genauestens überwacht.

Regionalanästhesie

Bei einer Regionalanästhesie schalten wir den Schmerz nur an dem zu operierenden Körperteil aus.
Wenn beispielsweise der Arm operiert werden soll, betäuben wir diesen in der Achselhöhle oder nahe des Schlüsselbeins. Daneben gibt es viele weitere Möglichkeiten, einzelne Nervenbahnen in den Körperregionen vorübergehend zu blockieren. Selektive Anästhesie eines Fußes, eines oder beider Beine, der Scham oder des Halses bei Eingriffen an dortigen Blutgefäßen sind Teil unser täglichen Schaffens.

Vollnarkose (Allgemeinanästhesie)

Bei einer Vollnarkose befindet sich der Patient innerhalb eines kontrollierten Tiefschlafs. Ebenso ist die Schmerzwahrnehmung gänzlich außer Funktion. Nur unter diesen Voraussetzungen sind einige Operationen überhaupt erst möglich. Die hierfür notwendigen Medikamente verabreichen wir meist über eine Vene. Eine ebenso oft notwendige kontrollierte Beatmung stellen wir mittels modernster Respiratoren sicher.

Kombination der Narkoseverfahren

Regionalanästhesie und Allgemeinanästhesie bei einer Operation gemeinsam einzusetzen, wird zunehmend wichtiger. Die Regionalanästhesie dient dazu, dass der Patient in den ersten Stunden nach der Operation schmerzarm, oft sogar schmerzfrei ist. Zusätzlich wird eine Allgemeinanästhesie betrieben um den eigentlichen Eingriff zu ermöglichen.

Sicherheit im Operationssaal

Zur stetigen Gewährleistung der Sicherheit unserer Patienten arbeiten wir nach standardisierten OP-Checklisten. Hierdurch wollen wir mögliche Fehlerquellen - in Anlehnung an die Luftfahrt- von vornherein ausschließen.

Es werden viele verschiedene Punkte abgefragt: Bevor der Patient in den Operationssaal kommt, wird beispielsweise geklärt, ob es sich überhaupt um die richtige Person handelt, was operiert werden soll und ob die relevante Körperstelle markiert wurde. Auch der Operateur muss vorab einiges durchchecken. Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit der chirurgischen Instrumente sowie die Kenntnis maßgeblicher Röntgenbilder sind nur einige wenige der überprüften Rahmenbedingungen.

Im Anschluss an die Operation wird die weitere Therapie gemeinsam festgelegt. Ferner muss das OP-Personal bestätigen, dass alle Instrumente vollzählig sind. Erst - und nur dann! - wird der Patient aus dem OP-Saal in den Aufwachraum oder ggf. auf unsere Intensivstation verlegt.

 

Nachwirkungen der Narkose

Häufig berichten uns unsere Patienten vor Befürchtungen hinsichtlich Übelkeit oder gar Erbrechen nach einer Narkose. Vor noch zehn Jahren war dieser Vorbehalt ungleich berechtigter. Heute sind diese Beschwerden durch den Einsatz moderner Medikamente zu einer seltenen Randerscheinung geworden.

Auch das als „Shivering“ bekannte Zittern nach einer Vollnarkose ist durch die durch uns konsequent sichergestellte Wärmeanwendung vor, während und nach einer Anästhesie zu einer Ausnahme geworden.

Insbesondere betagtere Patienten haben Angst, nach einer Vollnarkose verwirrt zu sein. Damit es nicht dazu kommt, haben wir vieles im Blick: Neben unserem Wärmemanagement achten wir gewissenhaft darauf, dass ihr Blutdruck stets im idealen Bereich ist.
Wo es möglich ist, bieten wir älteren Patienten auf Wunsch auch die Regionalanästhesie als führendes Verfahren an.

Intensivmedizin

Die Klinik für Anästhesiologie leitet und betreut die operative Intensivstation des St. Marien-Hospitals.

Hier gewährleisten wir auf 13 Betten eine maximale medizinische Therapie nach immer aktuellen Standards.
Wenn nötig, überwachen wir hier alle wichtigen Körper- und Organfunktionen lückenlos. Ebenso können wir hier einzelne Organsysteme maschinell unterstützen oder sogar für einen begrenzten Zeitraum ganz ersetzen. Das können zum Beispiel die Lunge, die Nieren oder das Herz-Kreislauf-System sein.
Wir Anästhesisten leiten die operative Intensivstation, aber behandeln jeden Patienten in der Regel gemeinsam mit der Abteilung, die sich für die Grunderkrankung verantwortlich zeichnen. So kümmern wir uns gemeinschaftlich Hand in Hand und fachübergreifend um unsere Patienten.

Zu uns kommen Patienten, die

• nach einer komplexen Operation unserer bestmöglichen Aufmerksamkeit und Betreuung bedürfen.
• vor einer anstehenden Operation eine umfangreichere Vorbereitung benötigen, da sie weitere Erkrankungen mitbringen 
• verunfallt sind und nun überwacht sowie behandelt werden müssen.

Schmerztherapie

Im St. Marien-Hospital bietet die Klinik für Anästhesiologie das komplette Spektrum aktueller Schmerztherapie an.

Unsere operativen Patienten profitieren hier bei der Behandlung ihrer Wundschmerzen von unserer jahrelangen Expertise.
Wir nutzen zu diesem Zwecke alle etablierten konservativen sowie interventionellen Ansätze.
Neben Tabletten und Infusionen kommen hier ebenso Schmerzkatheter an Rückenmark und peripheren Nerven zur Anwendung. In Kombination mit diesen Optionen nutzen wir zudem die sogenannte PCA (patientenkontrollierte Schmerztherapie). Hierdurch unterstützen wir vor allem die Autonomie und Selbstwirksamkeit unserer Patienten.


Darüber hinaus behandeln wir in einem interdisziplinären Team aus Ärzten, spezialisierten Pflegekräften und Physio- und Psychotherapeuten auch Patienten mit chronischen Schmerzen. Hier stellt der Schmerz kein Symptom, sondern vielmehr eine eigenständige Erkrankung dar.
In diesem Zusammenhang bieten wir für unsere Patienten sowohl einen uni- als auch einen multimodalen Schmerztherapieansatz an. Ob und welcher Therapieansatz für Sie in Frage kommt, finden wir gemeinsam mit Ihnen, Ihren behandelnden niedergelassenen Ärzten und unseren Schmerzspezialisten heraus.

 

Palliativmedizin

Die Palliativmedizin befasst sich im Kern mit Patienten, deren Grunderkrankung als fortschreitend, unheilbar und die Lebenserwartung einschränkend einzustufen ist.

Mit unterschiedlichen Therapieansätzen versuchen wir dann, die belastenden Symptome des Patienten zu lindern, die Lebensqualität zu steigern und eine - soweit möglich - selbstbestimmte und würdevolle Teilnahme am Alltag zu ermöglichen.

Obwohl unser Haus über keine separate palliativmedizinische Station verfügt, treten dennoch häufig Fragen auf, die in diesen Bereich fallen – etwa auf unserer Intensivstation. Mit mehreren Palliativmedizinern als Teil unseres Kollegiums verfügen wir über die Expertise, diese Patienten entsprechend zu beraten und zu behandeln. Symptomen wie unterschiedlichen Schmerzgeschehen, Atemproblemen oder Magen-Darm-Trakt-assoziierten Fragestellungen nehmen wir uns gerne an.

Bei Fragen sind wir für unsere Patienten und selbstverständlich auch deren Angehörige gerne allzeit ansprechbar.

Notarztdienst der Stadt Hamm

Die Ärzte der Abteilung für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin beteiligen sich am Notarztdienst der Stadt Hamm. Dies geschieht in einer wöchentlichen Rotation mit den Kollegen des Evangelischen Krankenhauses.

  • Der Notarzt ist täglich rund um die Uhr verfügbar und benötigt mit seinem Einsatzfahrzeug circa sieben bis zehn Minuten zur Einsatzstelle.
  • Die Einsätze betreffen Patienten mit akuten inneren Erkrankungen wie Herzinfarkt, Asthma oder Schlagfall. Ebenso leisten wir bei Verletzungen und Unfällen professionell notfallmedizinische Hilfe.
  • Zwei Oberärzte sind feste Mitglieder der sog. „LNA-Gruppe“. Als leitende Notärzte sichern sie hier die Koordination der medizinischen Behandlung bei Ereignissen mit mehreren Verletzten oder Erkrankten in enger Abstimmung mit dem organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes.

 

Die Alarmierung des Notarztes erfolgt über die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Hamm unter der Telefonnummer 112.
Rund um die Uhr an 365 Tagen ist hier professionelle Hilfe für Sie im Falle eines Falles verfügbar.

 

Schockraum-Training

Wir legen größten Wert darauf, unsere Patienten bestmöglich zu versorgen – auch wenn plötzlich ein Notfall eintritt und Zeit eine entscheidende Rolle spielt.


Um uns bestmöglich auf solche Situationen vorzubereiten, trainieren wir standardisierte Abläufe und Prozesse. So bieten die Klinik für Anästhesiologie hausinterne Reanimationskurse an, in denen Ärzte und Pflegepersonal lernen, wie sie Patienten im Falle eines Kreislaufstillstandes professionell helfen können.


Die Teilnahme an unseren Fortbildungen sind - unserem Selbstverständnis für hohe hausinterne Standards entsprechend - für alle medizinischen Mitarbeiter des St. Marien-Hospitals verpflichtend.

Da wir am St. Marien-Hospital als Regionales Traumazentrum zertifiziert sind, stellen wir immer eine kompetente Zielklinik des Rettungsdienstes der Berufsfeuerwehr Hamm dar. Bereits vor Eintreffen eines Patienten treffen wir in enger Absprache mit dem behandelnden Notarzt erste Vorkehrungen zur späteren Übernahme. Sobald dieser dann mit dem Notfallpatienten in unserer Zentralambulanz eintrifft, stehen wir bereits vor Ort mit allen Mitarbeitern und der notwendigen Ausrüstung bereit zur Übernahme und weiteren Versorgung.

 

Chefarzt

Dr. med. Klaus Anlage

Dr. med. Tim Koenen, MBA
Nassauerstraße 13-19
59065 Hamm

02381/18-2000
02381/18-2002
tim.koenen@marienhospital-hamm.de