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Jagd nach Masken - unser Einkauf während der Pandemie

Auf der Jagd nach Masken


Der Einkauf im St. Marien-Hospital während der Pandemie

„Das waren schlaflose Nächte“, beschreibt Nils Storp, Leiter der Wirtschaftsabteilung im St. Marien-Hospital, die Zeit der Pandemie. Er und sein Team sind unter anderem für den Einkauf zuständig und versorgen das Krankenhaus mit 527 Betten mit Material aller Art. Hygienische Standardprodukte wie OP-Masken, FFP2-Masken, Handschuhe, Schutzkittel und Visiere mussten auf einmal in deutlich größeren Mengen zusätzlich beschafft werden und wurden gleichzeitig überall knapp. „Ab März 2020 war es oft so, dass wir Bestellungen losschickten und oft nicht mal mehr eine Rückmeldung bekamen“, sagt Ann-Kathrin Ramm. Die Lieferanten konnten die vielen Bestellungen nicht mehr bearbeiten. „Trotzdem haben wir die benötigten Waren immer beschaffen können.“

Preise explodierten mit dem Bedarf
Los ging es mit den Masken: In kürzester Zeit stiegen die Preise von Cent-Beträgen auf mehrere Euro. „Und wir brauchten zeitweise 6500 FFP2-Masken pro Woche!“. Unabhängig vom Preis mussten sie einfach vorhanden sein, um den Krankenhausbetrieb aufrechterhalten zu können. „Wir haben bei der unsicheren Versorgungslage unsere Ziele in Sachen Materialvorhalte mehr als verdoppelt“, sagt Storp. Es kam vor, dass sehnlich erwartete Waren tagelang im Zoll hängenblieben: „Für solche Fälle mussten wir vorsorgen.“

Während der 2. Welle schloss eine Produktionsstätte für Schutzhandschuhe in Malaysia: „Auf einmal gab es nur noch Handschuhe in Größe s, und sie kosteten 5 Mal so viel.“ Und jeder Tag brachte neue Covid-Patienten, die versorgt werden mussten.

Helden, Jäger und Sammler
Einkäuferin Jutta Mühlenkamp ist ein besonderer Coup gelungen: Durch private Herstellerkontakte nach China konnte sie große Mengen zertifizierter Masken beschaffen, „schneller und günstiger als die Bundesregierung – Frau Mühlenkamp ist die Maskenheldin!“, lacht Storp.
Die Visiere zum zusätzlichen Spitzschutz wurden zu Beginn selbst hergestellt. Bei der Materialbeschaffung war Kreativität gefragt: Gummiband, wie es sonst in Sportartikeln zum Einsatz kommt, stammte auch aus Privatbeständen. Für Plexifolie ging es in die Bau- und Raiffeisenmärkte. Auf der Suche nach Infrarot-Fieberthermometern wurde das Internet durchkämmt. Zu Beginn wurden auch Mund-Nasen-Bedeckungen aus Stoff beim Arbeitsschutz Rhein-Ruhr gekauft und gegen eine günstige Pauschale aufbereitet – 6000 Stück insgesamt. „Der Tag bestand aus Telefonieren und Recherche“, sagt Michael Küpper. „Die üblichen Abläufe von Produktanfrage, Prüfung eines Musters, Preisverhandlung und Bestellung waren teilweise außer Kraft.“ Nie verzichtet wurde auf Zertifikate, aber die Verkaufsgespräche mit den Firmen fanden per Videoschalte statt – Kinderlachen und Einblicke ins häusliche Idyll des Homeoffice inklusive.

Unterstützung durch die Hammer
Hilfreich waren die Spenden, die von Beginn an im Krankenhaus abgegeben wurden. Ann-Kathrin Ramm hat sie oft entgegen genommen: „Privatleute, öffentliche Institutionen, die ihre Vorsorgebestände an Hygieneartikeln auflösten, und Firmen haben uns unterstützt, indem sie Visiere und Masken vorbeibrachten. Es gab auch Obst und Süßwaren oder Kaffee. Das hat uns sehr gefreut!“
„Am Ende können wir sagen, dass wir keine Engpässe hatten – nicht bei Handschuhen und Masken, nicht bei Schläuchen und Filtern für die Beatmung“, fasst Storp zusammen. Für den Zusammenhalt im Team hat die Krise Vorteile gebracht. „Wir führen die tägliche Teamsitzung am Morgen fort – das hat sich bewährt“, so Küpper.

Haben die Notzeiten überbrückt: (v.l.n.r.) Michael Küpper, Jutta Mühlenkamp, Ann-Kathrin Ramm, Nils Storp und Michael Bock.

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