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Freitag der 13. - Ein Grund zur Sorge?

Die Angst vor Freitag, dem 13. hat sogar einen Namen: Paraskavedekatriaphobie.

Er ist so unaussprechlich wie die Furcht, die manche Menschen befällt, wenn sie ein vermeintlich unheilbringendes Zeichen erblicken. Was sagt unser psychiatrischer Chefarzt Prof. Dr. Karl H. Beine dazu?

 

Was ist Aberglaube, wie wird der Begriff definiert?

Der Unterschied zwischen Aberglaube und Glaube liegt in gewisser Weise in der Legitimation. In beiden Fällen werden übernatürliche, göttliche Fügungen angenommen. Zusätzlich ist der Aberglaube durch die Vorhersehung gekennzeichnet. Bestimmte Anzeichen deuten auf den Verlauf eines Plans oder den Ausgang einer Unternehmung hin. Umgekehrt kann der abergläubische Mensch die übernatürlichen Kräfte durch sein Tun dahin bewegen, bestimmte Pläne zum Ziel zu bringen.

Sind Rituale (nicht unter einer Leiter hindurchgehen, drei Mal auf Holz klopfen etc.) gut oder können sie auch negative Auswirkungen haben?

Rituale helfen, den komplexen Alltag zu bewältigen. Wenn ein Mensch also für einen guten Start in den Tag eine bestimmte Abfolge von Handlungen benötigt, die ihm Zuversicht geben, dass auch der restliche Tag sich positiv zeigen wird, dann ist das überhaupt nicht schädlich. Wenn ein Abiturient mit größerer Zuversicht in die Klausur geht, wenn er oder sie die „Glückssocken“ trägt, dann ist das völlig in Ordnung. Wer sich sicher fühlt, schreibt die Klausur entspannter.

Kann Aberglaube krank machen? Ab wann ist es zu viel?

Nicht der Aberglaube macht krank, aber ein psychisch labiler Mensch kann sich durch Rituale, die zu zwanghaften Handlungen ausarten, selbst blockieren. Aberglaube ist immer ein bisschen der Handel mit der höheren Macht – man klopft auf Holz und befriedet damit sozusagen den bösen Geist, erkennt ihn an und besänftigt ihn. Ein psychisch gesunder Mensch legt den Handel so an, dass er nutzt, dass der Aufwand, den er betreibt, gut zu packen ist. Gefährlich wird es, wenn der Aufwand sehr groß wird, langwierig, schädlich. Zwangsstörungen stellen eine erhebliche Belastung dar. Die andere Gefahr des Aberglaubens ist die sich selbst erfüllende Prophezeiung etwa eines Freitags, des 13.: Wer übervorsichtig durch den Tag geht, erhöht seine Unfallgefahr, weil eigentlich automatisierte Abläufe überdacht werden und nicht mehr selbstverständlich sind. Passiert dann ein Unglück, ist die Prophezeiung des Unglückstages erfüllt.

 

 

Übrigens - mit dem 13.07. ist es für 2018 vorbei mit dem Freitag, dem 13.!

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