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2018

Organspende - wir kümmern uns

Dr. Andreas Krack ist Oberarzt in der Klinik für Kardiologie, Intensivmedizin und Allgemeine Innere Medizin sowie Transplantationsbeauftragter des  St. Marien-Hospitals.

 

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Herr Dr. Krack fröhlich vor einigen Fachbüchern

Warum tun Menschen sich schwer, einen Organspendeausweis auszufüllen?

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben ist belastend, das schiebt man gerne vor sich her. Dazu kommt das Misstrauen: Viele denken, dass sie als Spender vielleicht im Zweifel eher von den Ärzten aufgegeben werden. Das ist nicht richtig, denn bis zur endgültigen Klärung wird die gesamte Intensivtherapie weiter geführt. Andere vermuten, dass die Kliniken an den Organen verdienen. Auch das stimmt nicht, denn man erhält lediglich eine Aufwandsentschädigung, da es viele Fachleute und technischen Aufwand erfordert, die Organe transplantationsfähig zu übergeben. Oft hat die Familie Angst, dass der Körper ihres Angehörigen nicht mehr ansehnlich ist. Das ist unbegründet, denn wir achten sehr auf die Würde des Verstorbenen. 

   
Was sagen Sie Menschen, denen das Thema Angst macht?

Wir setzen auf Information und Aufklärung. Das betrifft die Patienten und ihre Angehörigen: Bevor eine Organspende möglich ist, müssen verschiedene Fachärzte mehrfach den Hirntod des Patienten zweifelsfrei mit ihrer Unterschrift bestätigen. Bei allen anderen Sterbefällen beurkundet eine einzige Arztunterschrift den Tod. Eine Organspende ist nur möglich, wenn die Hirnfunktionen unumkehrbar erloschen sind, bei Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm. Dann können wir das Herz-Kreislauf-System noch bis zur Entnahme aufrechterhalten. Da meist aber der Herzstillstand vor dem Hirntod eintritt, kommen gar nicht viele Verstorbene als Spender infrage, und die müssen sich dann auch noch vor ihrem Tod eindeutig bereit erklärt haben.

Welchen Stellenwert haben Organspenden im St. Marien-Hospital?

Seit 2010 bin ich Transplantationsbeauftragter. Wir stehen in regelmäßigem Kontakt zur DSO. Unsere Intensivstation ist vorbereitet, bei einem Verdacht auf Hirntod immer auch die Möglichkeit einer Organspende zu bedenken. In diesem Fall treten wir rechtzeitig mit der nötigen Umsicht an die Angehörigen heran und fragen nach einem Organspendeausweis oder nach vielleicht mündlichen Hinweisen, wie der Patient dem Thema gegenüber steht. Für manche ist der Wunsch, mit seinen Organen anderen helfen zu können, sehr wichtig. Dann sehen wir es als testamentarischen Auftrag, die Organe optimal zu schützen und weiter zu geben.  

 
Gibt es Verbesserungsvorschläge für das System der Organspende?

Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Menschen die bestehenden Möglichkeiten ausschöpfen und sich mit einem Organspendeausweis eindeutig erklären würden. Unter www.organspende-info.de kann man einen Ausweis herunterladen. Da kann auch „Nein“ stehen, aber das nimmt vor allem den Angehörigen in einer ohnehin belastenden Situation die Entscheidung ab. Österreich hat ein Widerspruchssystem, was zu einer höheren Entscheidungsquote geführt hat. Man kann auch teilweise zum Spender werden, einige Organe freigeben, andere nicht. Vielleicht wäre ein Punktesystem wie in Israel vorteilhaft: Wer Spender ist, erhält einen Vorzug, wenn er selbst ein Spenderorgan benötigt

Orthopäden berichten | Patienteninfo entfällt wegen Sturm

Unsere allmonatliche Patientenveranstaltung muss heute wegen des Sturms entfallen. Wir bitten Sie, nicht ins Freie zu gehen.

Neuer Ärztlicher Direktor

Prof. Dr. Dirk Böcker ist als neuer Ärztlicher Direktor Nachfolger von Priv.-Doz. Dr. Rieke.

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Einführung auf Neujahrsempfang
Prof. Dr. Dirk Böcker neuer Ärztlicher Direktor im St. Marien-Hospital


„Nach 15 Jahren als Ärztlicher Direktor des St. Marien-Hospitals gebe ich den Staffelstab gerne weiter“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Klaus Rieke, Chefarzt der Klinik für Neurologie. Zum Jahreswechsel übernahm Prof. Dr. med. Dirk Böcker, Chefarzt in der Klinik für Kardiologie, Intensivmedizin und Allgemeine Innere Medizin, das Amt des Ärztlichen Direktors am St. Marien-Hospital von ihm.

Prof. Böcker ist seit 2006 Chefarzt der Klinik für Kardiologie am St. Marien-Hospital. Nach seinem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg kam er über die Universitätsklinik Münster, an der er eine Professur innehat, nach Hamm. Die Klinik für Kardiologie, Allgemeine Innere Medizin und Intensivmedizin, die er seit der Gründung des Gesundheitsverbundes 2015 des St. Marien-Hospitals mit dem Evangelischen Krankenhaus zusammen mit Prof. Dr. med. Klaus Pethig leitet, ist eines der größten Fachzentren für Kardiologie mit Ausstrahlung über die Stadtgrenzen hinaus. Die Brustschmerzeinheit mit der Möglichkeit der unverzüglichen operativen Intervention, die Behandlung im Herzkatheterlabor, Implantationen von Defibrillatoren und Herzschrittmachern der neuesten Generation, eine umfangreiche Elektrophysiologie  sichern die Bürgerinnen und Bürger wohnortnah und auf höchstem Niveau. Prof. Böcker ist einer der wesentlichen Ausgestalter des Gesundheitsverbundes, der durch die klinikweise Bündelung der Kompetenzen aus EVK und St. Marien-Hospital die optimale Versorgung in allen Bereichen sicherstellt.
Der gebürtige Hagener lebt mit seiner 6-köpfigen Familie in Hamm. Er ist in verschiedenen Gremien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der European Heart Rhythm Association aktiv. In seiner Freizeit unterstützt der 54-jährige Ausdauersportler den ASV Hamm und Borussia Mönchengladbach.
Prof. Böcker wurde einstimmig von den Chefärzten des St. Marien-Hospitals vorgeschlagen und im Dezember vom Verwaltungsrat bestätigt. Zum Stellvertreter wurde wiederum Dr. Sebastian Roth, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, ernannt. Auf dem Neujahrsempfang des St. Marien-Hospitals am 9. Januar dankte Geschäftsführer Thomas Tiemann Priv.-Doz. Dr. Rieke für seine 15-jährige Amtszeit durch bewegte Zeiten des Hospitals.