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2018

St. Marien-Hospital spendet OP-Material

Die lokale Hilfsorganisation Hammer Forum erhält
Instrumente & Implantate.

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St. Marien-Hospital spendet OP-Material an Hammer Forum
Instrumente & Implantate für Zentralafrika

Implantate, wie sie für Operationen an Schultern, Füßen oder Händen gebraucht werden, und die für ihre Verwendung notwendigen Spezialwerkzeuge sind langlebig: Platten und Schrauben aus Titan beispielsweise, gut zu sterilisieren und quasi „unkaputtbar“. Dennoch sind sie einem Wandel unterworfen: „Ab 2020 wird es in Deutschland Pflicht, dass alle bei einer Operation verwendeten Implantate originalverpackt und schon steril ab Werk bei uns ankommen, da sie individuell rückverfolgbar und in einem Implantat-Ausweis eingetragen sein müssen“, erklärt Cornelia Plutz, die im St. Marien-Hospital Hamm die Aufbereitung für Medizinprodukte leitet. Die neue Gesetzgebung soll im St. Marien-Hospital Hamm sofort Anwendung finden, da durch sie die Gewährleistung für die Patienten eindeutiger geregelt ist. Übrig bleiben die bislang verwendeten so genannten OP-Siebe, also die gängigen Zusammenstellungen von Materialien, wie sie üblicherweise für eine bestimmte OP benötigt werden. Mit denen kann noch vielen Menschen geholfen werden, daher spendet das St. Marien-Hospital sie der lokalen Hilfsorganisation „Hammer Forum“.

Sabine Huwe, Projektkoordinatorin beim Hammer Forum, freut sich: „Man kann sich hier nicht vorstellen, unter welchen Bedingungen in Guinea - Bissau oder der Demokratischen Republik Kongo operiert werden muss“, sagt sie. In Guinea läuft zurzeit die Cashew-Ernte – das halbrunde Nüsschen ist eine Haupteinnahmequelle des Landes. „Immer wieder kommt es vor, dass Menschen bei der Ernte aus dem Baum fallen – ganz oft Kinder“, berichtet sie. Knochenbrüche werden dann mit viel gutem Willen und ungeeignetem Material geschient – ein Brettchen, ein Stock, ein festes Palmblatt. „Wir sind deshalb mit Teams aus Ärzten und Pflegekräften unterwegs, um dort  zu operieren.“ Das Hammer Forum finanziert sich aus Sach- und Geldspenden. Die nach europäischen Standards ausgebildeten Fachleute, meist aus Deutschland, reisen als multiprofessionelle Teams an die Brennpunkte, führen die Operationen durch und schulen auch vor Ort.

Das vom St. Marien-Hospital gespendete Material ist „ein Segen“, so Sabine Huwe. Sie bekommt nicht zum ersten Mal Material von dort: „Angefangen hat es mit ein paar so genannten Spickdrähten“, die Knochensplitter und Implantate zur Heilung zusammenhalten. Die Spende jetzt umfasst sechs Siebe mit Werkzeug, Schrauben und Implantaten aus Titan sowie einen Karton weiterer Titan-Implantate zum Nachfüllen – für Nicht-Mediziner sieht das wie ein Metallbaukasten aus. „Alles ist komplett einwandfrei, könnte ohne Probleme auch hier in Deutschland noch jederzeit wieder sterilisiert und verwendet werden.“ Die veränderte Rechtslage macht es jedoch ab 2020 unmöglich. „Andere Krankenhäuser werfen dieses Material weg, aufgrund unseres konfessionellen Denkens haben wir nach einer anderen Lösung gesucht“, sagt Pflegedirektorin Gabriele Kösters. Denn verkaufen darf man die Implantate nicht, auch nicht ins Ausland. Spenden jedoch darf man, wenn die Spende im Empfängerland nicht den Markt beeinträchtigt. „Darauf achten wir“, sagt Frank Schlichting, der für die Logistik beim Hammer Forum zuständig ist. Guinea-Bissau zählt zu den am geringsten entwickelten Ländern der Welt – kein Markt für Medizinprodukte.

Bedarf jedoch besteht: Aktuell fehlt beispielsweise ein Einfüllstutzen für ein Anästhesiegerät, wie es in Deutschland nicht mehr verwendet wird. „Habt ihr noch so was?“ fragt Frank Schlichting.

Schmerzschrittmacher beendet chronifizierten Schmerz

Dr. medic (RO) Georgios Kyriakopoulos beendet chronifizierte Schmerzen durch Neuromodulation (SCS).

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Nach Jahrzehnten schmerzfrei durch Neuromodulation

„Ich kann das gar nicht erklären…“ sagt Elke Feuerstein (im Bild 2.v.l.) immer wieder. Seit 1975 hat sie Schmerzen in Rücken und im Bein gehabt. Erstmals 2004 und danach vielfach war sie deswegen in Krankenhäusern, aber weder die Operationen noch ausgeklügelte Schmerztherapien konnten ihr helfen. In den letzten Jahren meldete ihr Körper nur noch pochenden, brennenden, ziehenden Schmerz, die Beine, die Füße, der Rücken. Tag und Nacht. Unaushaltbar.  Auch Christel Bönig (2.v.r.) litt seit 1980 an stärksten Schmerzen, zog sich zurück, reagierte auf Mitleid und Nachfrage von Freunden zunehmend aggressiv: „Man hat zu nichts mehr Lust. Das machen auch die Medikamente, zum Teil Opiate. Man hat dann weniger Schmerzen, aber man steht neben sich, wie dusselig. Ich wollte einfach nur noch Ruhe“, sagt sie. Bei beiden Frauen wirken am Ende auch die stärksten Schmerzmittel nur noch kurz, Nebenwirkungen überholen den lindernden Effekt. Jetzt bekamen sie im St. Marien-Hospital Hamm einen Schmerzschrittmacher eingesetzt, der mit elektrischen Impulsen das Schmerzempfinden überlagert. „Ich kann das gar nicht erklären, wie glücklich mich das macht!“

„Ein Schmerzschrittmacher verhindert durch elektrische Impulse die Weiterleitung des Schmerzes über die Nervenbahnen an das Gehirn“, erläutert Dr. medic (RO) Georgios Kyriakopoulos (l.) „Die Patienten erhalten ein kleines Gerät, mit dem sie die Stärke des elektrischen Reizes nach Bedarf einstellen können.“ Korrekt heißt es Spinal Cord Stimulator – kurz SCS. Das flache Steuergerät wird am oberen, seitlichen Gesäß mit kleinen Schnitten unter die Haut gesetzt. Die etwa 40 Zentimeter lange Elektrode mit acht Stimulationspolen wird im Wirbelkanal auf dem Rückenmark platziert.“ Die Höhe ist dabei abhängig von der Schmerzsymptomatik: in Höhe der Brustwirbelsäule für Wirbelsäulen-, Becken- und Beinschmerz, auf Höhe der Halswirbelsäule für Schmerzen in den Schultern und Armen.  Während der minimalinvasiven etwa einstündigen Operation sind die Patienten wach und arbeiten an der korrekten Platzierung der Elektroden mit: „ Statt des bekannten Schmerzes spüren die Patienten ein kleines Kribbeln – dann sind die richtigen Kontaktpunkte gefunden.“

Kaum ein Bundesbürger über 40 kennt keine Rückenschmerzen. Oft hilft Physiotherapie oder eine einmalige Behandlung mit schmerzstillenden Medikamenten. Konservative Methoden, auch langwierige Schmerztherapien, schaffen bei vielen, eine Operation zu vermeiden oder hinauszuzögern. 300.000 Patienten unterziehen sich jedes Jahr einer offenen Operation – Tendenz eher steigend, denn die Rückenprobleme verstärken sich mit dem Alter. Wenn auch mehrere OPs das Schmerzproblem nicht lösen können, ist ein Schmerzschrittmacher die letzte Hoffnung: „SCS ist immer die letzte Stufe der Schmerztherapie“, sagt Dr. Kyriakopoulos. Er wird nur dann eingesetzt, wenn dem Schmerz keine warnende Wirkung mehr zugeschrieben werden kann. Denn die Neuromodulation heilt nicht, sondern unterbricht die Weiterleitung. „In der Folge verändern sich aber auch die körpereigenen Botenstoffe.“ So kann es sein, dass auch die langjährige Weiterleitung von Schmerz wieder verlernt und vergessen wird.

„Normalerweise kann man bis zu drei bis sechs Monate lang von einem akuten Schmerz sprechen. Der Körper zeigt, dass an einer bestimmten Stelle etwas nicht in Ordnung ist. Die Sinneswahrnehmung „Schmerz“ ist dabei immer subjektiv, kann etwas unangenehm oder eben unerträglich sein. Dazu haben wir eine Skala aufgebaut, mit der die Patienten die Schmerzintensität beschreiben können. Denn wie weh es tut, das lässt sich  gar nicht messen.“ Chronischer Schmerz ist aber kein Warnsignal mehr, sondern eine eigenständige Krankheit. „Neuropathien entstehen, wenn ein oder mehrere Nerven geschädigt sind und nicht mehr wie vorgesehen funktionieren. Diese Nerven lösen dann anfallsartige, einschießende Schmerzen aus. „Die Patienten beschreiben Brennen, Stechen, so etwas wie Strom- oder Blitzschläge“, weiß Dr. Kyriakopoulos.   

Das neuartige Gerät ist nicht billig, bei entsprechender Vorschädigung übernehmen die Krankenkassen jedoch die Kosten. Am Ende sind sie ein Segen für Menschen mit jahrelanger Schmerzerfahrung. „Ich möchte mit meinem Mann in Urlaub fahren – erst zur Probe nur zur Tochter nach Süddeutschland, dann länger“, sagt Christel Bönig. „Und ich mit meiner Enkelin!“ fügt Elke Feuerstein hinzu. Und dann schnappt sie sich den Pfleger Dietmar Nitsch (3.v.r. ) und tanzt mit ihm eine Runde Walzer auf dem Krankenhausflur, denn das hat sie ihm versprochen, wenn der Schmerzschrittmacher wirkt.

Regionales Traumazentrum

Das St. Marien-Hospital Hamm ist erneut als Regionales Trauma-Zentrum bestätigt worden.

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Das St. Marien-Hospital Hamm ist erneut als Regionales Trauma-Zentrum bestätigt worden. Die Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie im Orthopädisch-Traumatologischen Zentrum des Hospitals hat damit nachgewiesen, dass sie die Anforderungen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. weiterhin erfüllt. Das Zertifikat gilt weiter bis August 2020.

Ziel des Zertifizierungsverfahrens TraumaNetzwerk DGU® ist es, jedem Schwerverletzten an
jedem Ort zu jeder Zeit bestmögliche Überlebenschancen zu bieten. Ein Traumazentrum verfügt neben fachlichen Kompetenzen über spezielle personelle, strukturelle und apparative Möglichkeiten, die sich jeweils nach den aktuell gültigen Vorgaben des Weißbuchs Schwerverletztenversorgung richten.

 „Wir nehmen Verletzte an 365 Tagen im Jahr und rund um die Uhr auf, haben einen entsprechend ausgestatteten Schockraum und Mitarbeiter im ärztlichen und pflegerischen Dienst, die durch Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen besonders für ihre anspruchsvolle Tätigkeit qualifiziert sind“, erläutert Chefarzt Dr. Hanns-Joachim Helling. Operationen sind bei Bedarf jederzeit möglich und auch in der Weiterbehandlung nach der Erstaufnahme ist die Klinik gut aufgestellt. Hellings Lob gilt seinem Team: „Eine Zertifizierung auch zum wiederholten Mal ist immer ein Erfolg, denn das zeigt uns, dass wir mit unserer phantastischen Arbeit auf dem richtigen Weg sind.“ 

 

Ausbildung erfolgreich!

Wir freuen uns über 22 neue Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen und zwei neue Operationstechnische Assistentinnen!

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Gesundheits- und Krankenpflege mit Brief & Siegel!

Ihre Berufsaussichten sind blendend: Die frisch examinierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und –Pfleger ( kurz GKP)  können sicher sein, dass sie mit offenen Armen auf dem Arbeitsmarkt empfangen werden – 15 der 20 Absolventen (großes Bild) bleiben gleich am St. Marien-Hospital. An die Examensfeier schließt sich nun eine Phase der Konsolidierung an, in der die jungen GKPs Berufspraxis erlangen. Viele wollen danach aber eine Fachweiterbildung besuchen und sich so spezialisieren: Von der Intensivpflege und Anästhesie, dem Operationsdienst, der Hygiene oder der Geriatrie über die Praxisanleiter oder Wundversorgungspezialisten bis zur Stationsleitung oder dem Dualen Studium gibt es viele Möglichkeiten, sich fortzubilden und aufzusteigen – mit Unterstützung des St. Marien-Hospitals, das von den vielen Fachkompetenzen seiner Pflegekräfte durch die optimale Versorgung der Patienten profitiert. Bereits im Juli konnten wir die erfolgreichen Abschlüsse zweier Operationstechnischer Assistentinnen feiern (kleines Bild).

Silberne Sauberkeit

Wir haben erneut das Zertifikat in Silber der "Aktion saubere Hände" errungen.

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Silberne Sauberkeit

St. Marien-Hospital erringt erneut Silbersiegel für Händehygiene

Bereits zum dritten Mal hat das St. Marien-Hospital Hamm für seine Anstrengungen auf dem Gebiet der Händehygiene das Zertifikat in Silber der bundesweiten „Aktion Saubere Hände“ erhalten. „Das ist eine gute Leistung, denn die Anforderungen, die an das Siegel gebunden sind, steigen jedes Jahr“, sagt Andrea Werner, Hygienefachkraft am St. Marien-Hospital Hamm. „Einer der wichtigsten Überträger von Infektionen bleiben die Hände des Personals“, sagt sie. Die Häufigkeit der Händedesinfektion ist daher eine von mehreren Messgrößen, mit denen die „Aktion Saubere Hände“ arbeitet. „Der Verbrauch wird dabei auf Patiententage umgerechnet“, erläutert Werner. Der richtige Zeitpunkt der Desinfektion, etwa vor der Behandlung eines Patienten und nach dem Verlassen seines Zimmers, wird dabei zusätzlich durch geschulte Beobachter stichprobenartig kontrolliert. „Das Gesamtbild  ist sehr positiv, und zudem fordern wir auch unsere Besucher zur Händedesinfektion auf“. Beinahe überall sind die Spender gut sichtbar aufgehängt und mit Anleitungen versehen. Dabei zählen diese Spender bei der Begutachtung nicht mal mit: „Nur die ausdrücklich einer Station zugeordneten Händedesinfektionsmittel fließen in die Bewertung ein. Bei uns sind das 28 ml pro Patiententag auf einer Normalstation und 118 ml pro Tag auf einer Intensivstation“. Ins Leben gerufen wurde die Aktion Saubere Hände 2007 von der Weltgesundheitsorganisation WHO. 2008 führte die damalige Gesundheitsministerin Schmidt sie auch in Deutschland ein. „Seitdem nehmen wir daran teil und haben erst Bronze und seit 2014 immer Silber errungen“.

24 neue Jahrespraktikanten!

In diesem Jahr können wir 24 Jahrespraktikantinnen und-Praktikanten begrüßen!

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24 Jahrespraktikantinnen und -praktikanten haben im August bei uns begonnen. Ihre Gründe für ein Praktikum sind vielfältig: Sie kommen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes, absolvieren ein freiwilliges soziales Jahr oder ein FOS-Praktikum, um in die 11. Klasse einer Fachoberschule mit der Fachrichtung Sozial- und Gesundheitswesen aufgenommen zu werden. Sie werden in diesem Jahr viel erleben, viel lernen und auch für ein Leben abseits des Gesundheitswesens viel mitnehmen - an Wissen, an Erfahrung und an Erinnerung. Alle Praktikantinnen und Praktikanten werden auch mit theoretischem Wissen ausgestattet und während ihrer praktischen Tätigkeit umfassend begleitet. Wir freuen uns, dass sich so viele junge Menschen für eine Tätigkeit im Gesundheitswesen interessieren - Herzlich willkommen!

Freitag der 13. - Ein Grund zur Sorge?

Warum haben Menschen Angst vor der 13? Fragen und Antworten an unseren Chefarzt der Psychiatrie Prof. Dr. Karl H. Beine.

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Die Angst vor Freitag, dem 13. hat sogar einen Namen: Paraskavedekatriaphobie.

Er ist so unaussprechlich wie die Furcht, die manche Menschen befällt, wenn sie ein vermeintlich unheilbringendes Zeichen erblicken. Was sagt unser psychiatrischer Chefarzt Prof. Dr. Karl H. Beine dazu?

 

Was ist Aberglaube, wie wird der Begriff definiert?

Der Unterschied zwischen Aberglaube und Glaube liegt in gewisser Weise in der Legitimation. In beiden Fällen werden übernatürliche, göttliche Fügungen angenommen. Zusätzlich ist der Aberglaube durch die Vorhersehung gekennzeichnet. Bestimmte Anzeichen deuten auf den Verlauf eines Plans oder den Ausgang einer Unternehmung hin. Umgekehrt kann der abergläubische Mensch die übernatürlichen Kräfte durch sein Tun dahin bewegen, bestimmte Pläne zum Ziel zu bringen.

Sind Rituale (nicht unter einer Leiter hindurchgehen, drei Mal auf Holz klopfen etc.) gut oder können sie auch negative Auswirkungen haben?

Rituale helfen, den komplexen Alltag zu bewältigen. Wenn ein Mensch also für einen guten Start in den Tag eine bestimmte Abfolge von Handlungen benötigt, die ihm Zuversicht geben, dass auch der restliche Tag sich positiv zeigen wird, dann ist das überhaupt nicht schädlich. Wenn ein Abiturient mit größerer Zuversicht in die Klausur geht, wenn er oder sie die „Glückssocken“ trägt, dann ist das völlig in Ordnung. Wer sich sicher fühlt, schreibt die Klausur entspannter.

Kann Aberglaube krank machen? Ab wann ist es zu viel?

Nicht der Aberglaube macht krank, aber ein psychisch labiler Mensch kann sich durch Rituale, die zu zwanghaften Handlungen ausarten, selbst blockieren. Aberglaube ist immer ein bisschen der Handel mit der höheren Macht – man klopft auf Holz und befriedet damit sozusagen den bösen Geist, erkennt ihn an und besänftigt ihn. Ein psychisch gesunder Mensch legt den Handel so an, dass er nutzt, dass der Aufwand, den er betreibt, gut zu packen ist. Gefährlich wird es, wenn der Aufwand sehr groß wird, langwierig, schädlich. Zwangsstörungen stellen eine erhebliche Belastung dar. Die andere Gefahr des Aberglaubens ist die sich selbst erfüllende Prophezeiung etwa eines Freitags, des 13.: Wer übervorsichtig durch den Tag geht, erhöht seine Unfallgefahr, weil eigentlich automatisierte Abläufe überdacht werden und nicht mehr selbstverständlich sind. Passiert dann ein Unglück, ist die Prophezeiung des Unglückstages erfüllt.

 

 

Übrigens - mit dem 13.07. ist es für 2018 vorbei mit dem Freitag, dem 13.!

Stürze im Alter

Nach einem schweren Sturz kommen alte Menschen oft nicht mehr richtig auf die Beine. Chefarzt Dr. Siegfried Reinecke hat einfache Tipps, wie man sie vermeiden kann.

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1. Warum haben ältere Menschen ein erhöhtes Sturzrisiko?

Wir alle altern nicht nur äußerlich, auch die Gleichgewichtsfunktion, das Nerven-, Gelenk- und Muskelgewebe unterliegen einer natürlichen Alterung. Wir bauen ab, was nicht mehr benötigt wird. Wer zudem Herzprobleme hat, schlecht Luft bekommt, vermeidet körperliche Anstrengung. In der Folge nimmt die Fitness ab. Kommt man dann aus dem Gleichgewicht, fällt es viel schwerer, sich durch schnelle Ausgleichbewegungen abzufangen. Deshalb stürzt der ältere Mensch häufiger. Die Knochen sind ebenfalls nicht mehr so stabil und brechen schneller.

2. Gibt es Training-/ Bewegungsprogramme, die helfen könnten? 

Altersgerechte Trainingsprogramme wie Gymnastik, Sportgruppen und Wandern sind gute Möglichkeiten länger die selbstständige Mobilität zu erhalten und Sturzrisiken zu mindern. Dabei geht es nicht darum, sich oder anderen etwas zu beweisen. Je älter der Mensch wird, desto mehr steht der Erhalt der verbliebenen Fitness im Vordergrund. Nur wenn Spaß dabei ist durch Musik oder Menschen mit denen man gerne zusammen ist, bleibt man auch dran.

3. Was können Angehörige tun, um zu helfen? 

Bieten Sie gemeinsame Aktivitäten an – Wandern oder Gymnastik tun auch in jüngeren Jahren schon gut. Motivieren Sie Ihre Angehörigen, sich aufzuraffen. Binden Sie ihn ein in tägliche Bewegung und Betätigung. Der alte Spruch stimmt: Wer rastet, der rostet. Zuviel Schonung macht auf Dauer schwach.

4. Gibt es einfache Tricks, die das Sturzrisiko mindern?

Ja, benutzen Sie den gesunden Menschenverstand: Suchen Sie das Wohnumfeld aktiv auf Stolperfallen ab. Teppichkanten, hochstehende Schwellen, ungleichmäßige Stufen, glatte Böden, auf denen sich Wasser sammelt oder die Sonne spiegelt.  80 % der Wohnungen haben mindestens eine Stolperfalle, 40 % der Wohnungen haben fünf Stolperfallen oder mehr. Manche Treppen an Hauseingängen haben keinen Handlauf. Das könnte man rechtzeitig verbessern. Natürlich kennt der ältere Mensch seine Wohnung, aber stellen Sie sich vor, sie könnten den Fuß nicht mehr so problemlos heben beim Gehen. Da hilft es nicht, dass die Teppichkante schon immer da war – Sie fallen dennoch.

 

Focus-prämiert

Unser Chefarzt für Psychiatrie Prof. Dr. Karl H. Beine ist für seine Leistungen ausgezeichnet worden. Wir zählen damit in der Behandlung von Schizophrenie zu den besten Kliniken in Deutschland.

 

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Die Zeitschrift Focus erteilt jährlich Siegel für besondere Leistungen in Krankenhäusern, Kliniken und bei Ärzten.

Für 2018 haben auch wir ein Siegel erhalten:

Chefarzt Prof. Dr. Karl H. Beine ist für seine Leistungen bei der Behandlung von Schizophrenie ausgezeichnet worden....

Im Einzelnen waren es gleichermaßen Kollegen wie Patienten, die ihn häufig empfohlen haben. Er wurde für seine Publikationen und Studien gelobt. Sein Behandlungsspektrum umfasst Kognitionstraining, Arbeitstherapie, Sporttherapie sowie das Training emotionaler und sozialer Kompetenz. Familientherapie, Angehörigenbetreuung und ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst runden das ausgezeichnete Angebot ab. Die Wartezeit liegt mit drei Wochen bis zwei Monate im mittleren Bereich.

Damit zählen wir in der Behandlung von Schizophrenie zu den besten Kliniken in Deutschland.

 

Zielbrille vs. Problembrille - der 9. Suchttag

Der 9. Hammer Suchttag stand im Zeichen des Rückfalls: Hinfallen und Aufstehen oder Liegenbleiben und Verrecken, so das Motto, das viele Interessierte lockte.

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9. Suchttag am St. Marien-Hospital Hamm
Zielbrille statt Problembrille

Der 9. Hammer Suchttag stand im Zeichen des Rückfalls: Hinfallen und Aufstehen oder Liegenbleiben und Verrecken, so das sehr zugespitzte Motto der Veranstaltung, die sich traditionsgemäß gleichermaßen an Betroffene, Fachleute, Angehörige und Interessierte richtet. Die Resonanz war größer als erwartet - ein Zeichen dafür, dass viele Menschen mehrere Anläufe benötigen, um von einem Suchtmittel loszukommen.

Auf dem Podium stand auch Markus Bahne, der sich selbst als „Aktivabstinenzler“ bezeichnet.  Markus Bahne möchte durch sein Beispiel Mut machen, den eigenen Weg aus der Sucht zu finden. „Trockener Alkoholiker – das klingt langweilig und negativ, macht den Leuten Angst“, sagt er. Er will dagegen setzen, dass sein Leben sich sehr positiv verändert hat, seit er gegen die Sucht angeht: „Es ist im Fluss“, beschreibt er es, und verwendet gerne weitere Bilder aus seinem früheren Beruf als Installateurmeister. 2008 erkannte er, dass es so nicht weiter geht. „Ich musste wieder in Bewegung kommen,  Möglichkeiten finden, den Druck abzubauen. Immer wieder hatte ich Probleme mit meinem hydraulischen Druckausgleich, also mit meiner Anpassung auf Belastungen.“ Nun hat er sich selbst viel Bewegung und Wassertrinken verordnet - das Ganze aber ohne Stress, sondern in seinem eigenen Tempo. Vor allem lernte er, sehr gut auf sich zu achten – Achtsamkeitsbasierte Rückfallprophylaxe heißt das Konzept.

Oberarzt Dr. med. Stefan Romberg begleitet Markus Bahne seit vielen Jahren. „Suchtprobleme sind bei Männern die häufigste Ursache für Krankenhauseinweisungen“, sagt er. „Die gesellschaftlichen Kosten betragen 40 Milliarden im Jahr – die Steuereinnahmen über die Sekt-, Bier- oder die Branntweinsteuer dagegen nur zwei Milliarden. Wein zum Beispiel wird überhaupt nicht sonderbesteuert.  Das Suchtmittel Alkohol wir immer noch verharmlost und ist allgegenwärtig“, prangert Romberg an.
Markus Bahne liebt Bewegung ohne Leistungsdruck: „Auf dem Stepper decke ich das Display mit dem Handtuch zu und höre lieber Musik“, berichtet er. Und stellt hinterher fest, dass er zwei Stunden trainiert hat.

Rückfälle vermeidet er, hört lieber auf seinen Körper, erkennt, was ihm gut tut: Bewegung, gutes Essen, angenehme Düfte zum Beispiel. „Ich gebe mir viel Mühe in allem, was ich tue, und ich lasse mich anleiten.“ Dr. Romberg arbeitet sehr individuell mit ihm zusammen, hat mit ihm Mittel entwickelt, die ihn bei hohem Suchtdruck helfen, nicht nachzugeben. Ansprechpartner gehören dazu, aber auch Gegenstände mit besonderer Bedeutung. „Der akute Druck, ein Suchtmittel zu benötigen, dauert nicht lange und ist endlich – ein paar Minuten, vielleicht eine Stunde. Die muss man überbrücken, dann geht es weiter.“ Suchterkrankungen sind chronisch, man braucht einen langen Atem.

Was können Angehörige tun? „Sie sollen eingebunden werden in das Gesamtkonzept, und zwar von den Profis“, findet Bahne. Er selbst hat sich ohne die Hilfe der Familie re-settet, wie er es nennt. Für andere Menschen kann die enge Zusammenarbeit der Freunde und der Familie mit den Therapeuten sehr hilfreich sein.

„Ich habe die „Zielbrille“ auf, kümmere mich vor allem darum, wo ich hin will, nicht wo ich her komme“, sagt Bahne. Mit der „Problembrille“, dem Blick auf Misserfolge und Hindernisse, kommt er nicht weiter: „Dann bin ich nicht im Fluss…“.  Mittlerweile arbeitet er als Nachhilfelehrer, was immer besser klappt, und plant einen Urlaub in Berlin. „Meine persönlichen Ziele will ich durch Alkohol nicht gefährden lassen!“