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November 2017

Schnell bei Schlaganfall

Mit steigendem Durchschnittsalter trifft immer mehr Menschen der Schlaganfall: Die Behandlung durch Kathetermethoden kann effektiv helfen.

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Eine Fotomontage zeigt die fehlende Durchblutung des Kopfes vor der Thrombektomie,den entfernten Blutpfropf,den Stent,dersogroßist wie eine Büroklammer und die wieder hergestellte Durchblutung.

Risiko Schlaganfall
Mit steigendem Durchschnittsalter der Bevölkerung trifft immer mehr Menschen ein Schlaganfall: Der sogenannte "ischämische" Schlaganfall entsteht entweder, wenn Blutgerinnsel ("Thromben") verschleppt werden und Hirngefäße verstopfen oder sich vorgeschädigte, verengte Gefäße irgendwann komplett verschließen. Das Gehirn wird dann nicht mehr mit Blut versorgt ("Ischämie")und geht sehr rasch zugrunde. Selbst wenn man den Schlaganfall überlebt: Die Betroffenen sind häufig fortan pflegebedürftig.

Bessere Therapien
Die letzten Jahre haben therapeutische Fortschritte gebracht: Die Behandlung mit gerinnselauflösenden Medikamenten, die sogenannte Thrombolyse, wird in jüngerer Zeit durch Kathetermethoden effektiv ergänzt:
Der Arzt schiebt einen Katheter in die Halsgefäße bis in die Nähe des Gefäßverschlusses. Unter Durchleuch-tungskontrolle wird nun der Verschluss des Hirngefäßes mit einem Mikrokatheter und einem weichen Mikrodraht (Durchmesser unter einem Millimeter) überwunden.

Blockade entfernen
Über den Mikrokatheter wird dann ein sogenannter Stent-Retriever (Bild 3) eingeführt und im Blutgerinnsel freigesetzt. Sein feines Maschenwerk dehnt sich dabei in das Blutgerinnsel aus, so dass man es anschließend wie an einer Angel mit dem Stentretriever aus dem Hirngefäß herausziehen kann ("Thrombektomie"). Alternativ können manche Gerinnsel auch über einen speziellen Mikrokatheter abgesaugt (aspiriert) werden ("Aspirationsthrombektomie").

Sichtbarer Erfolg
Je größer die Blockade im Hirngefäß, desto schwerer kann sie durch Medikamente aufggelöst werden. Die Thrombektomie bringt die Durchblutung wieder in Gang:  Das Bild zeigt links einen Gefäßverschluss vor dem Eingriff (1), das aus der inneren Halsschlagader erfolgreich entfernte Blutgerinnsel (2) und die wiederhergestellte Hirndurchblutung nach der Thrombektomie (4). Zuvor nicht durchblutete Hirnregionen werden wieder versorgt. 

Auch für Hamm
Die Effektivität des Verfahrens konnte in mehreren großen Studien belegt werden:
„Der Grad der Behinderung durch den Schlaganfall und die Sterblichkeit konnten durch die Thrombektomie verglichen mit der Therapie durch Medikamente deutlich verbessert werden“, sagt Priv.-Doz. Dr. Wolfram Schwindt, der die Operation am St. Marien-Hospital durchführen kann.  „Manche Patienten kommen trotz schwerem Schlaganfall sogar gänzlich ohne Beeinträchtigung wieder aus dem Krankenhaus.“

Schnell muss es gehen
Entscheidend für den Erfolg ist beim Schlaganfall die das rasche Eingreifen. Kein anderes Organ reagiert empfindlicher auf Minderdurchblutung als das Gehirn.  Am besten sind die Chancen, wenn das Gehirn hinter dem Gefäßverschluss noch ausreichend von Umgehungskreisläufen versorgt wird. „Dann kann manchmal sogar nach längerer Zeit noch Hirngewebe gerettet und so die Folgen des Schlaganfalls gemindert werden.“ Immer gilt: Bei Verdacht mit 112 den Rettungswagen rufen und ab in die spezialisierte Stroke Unit des St. Marien-Hospitals!
 


PD Dr. Rieke und PD. Dr. Schwindt behandeln in Kooperation mit den Teams aus Angiologie und Anästhesie  erfolgreich gemeinsam Schlaganfälle.