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Oktober 2017

Robel und Dr. Schmidt-Mertens freuen sich über die gelungene Operation.

Kompetenz mit Hand und Fuß

Irgendwo zwischen Italien und Frankreich klettert Robel über eine Mauer und verletzt seine Hand schwer. Zum Arzt kann er nicht – der 15-jährige Junge aus Eritrea ist auf der Flucht. Er läuft einfach weiter und kann erst nach Monaten behandelt werden – im St. Marien-Hospital Hamm.

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Dr. Schmidt-Mertens hat Robel eine Orthese angepasst, die seinen Finger durch Zug-Übungen aktiviert.

In einer zweieinhalbstündigen Operation hat Oberarzt Dr. Timm Schmidt-Mertens eine komplizierte Aufgabe zu bewältigen: Die Hand des Jungen ist seit der Verletzung stark verkrümmt, sein Ringfinger eingeklappt, die ganze Hand verharrt funktionslos, die verbliebene Haut vernarbt. Ständige Schmerzen haben dazu geführt, dass Robel seine Hand schonte, bis diese schließlich nicht mehr beweglich in einer unnatürlichen Haltung fixiert blieb. 

Dr. Timm Schmidt-Mertens, Oberarzt der Handchirurgie am St. Marien-Hospital, zieht sämtliche Register und kombiniert verschiedene Operationsverfahren. Hierzu gehören zum Beispiel Mikrochirurgie, bei der Operationen unter starker Vergrößerung durch Lupenbrillen und OP-Mikroskope stattfinden, sowie plastisch-rekonstruktive Techniken wie Lappen-Plastiken der Haut, um größere Hautverluste auszugleichen.

Monate nach der Verletzung eröffnet er mit Assistenzarzt Dr. Horatio Anghel bei Robel ein Operationsfeld von der Fingerspitze über die Handinnenfläche bis hinauf zum Unterarm. Wie sich zeigt, ist die Sehne in der Hand intakt, jedoch schwer geschädigt durch starke Vernarbungen und den kompletten Verlust der so genannten Ringbänder. Diese Ringbänder führen die Sehne am Knochen entlang. Solche Verletzungen können auch bei Sportkletterern entstehen und müssen operiert werden. Die Versorgung von Sportverletzungen am gesamten Bewegungsapparat ist einer der Schwerpunkte des Orthopädisch-Traumatologischen Zentrums am St. Marien-Hospital.

Robel hatte sich jedoch zusätzlich tiefe Schnitte zugezogen. Die Ringbänder sind nicht mehr zu finden und werden aus einer Unterarmsehne wiederhergestellt. Auch die Haut in der Handinnenseite muss mit so genannten Lappenplastiken rekonstruiert werden, um die großflächige Verletzung abdecken zu können.

Mittlerweile kann Robel die Finger der Hand ganz gut strecken und beugen und übt das fleißig. Eine Spezial-Orthese hilft ihm, immer wieder die Bewegung, die er in den Monaten verlernt hat, zu wiederholen– ein kleines Fitnessstudio für seinen Finger. Die Haut ist nach zehn Tagen fast vollständig geschlossen, mit etwas Glück kann auf eine ergänzende Operation verzichtet werden. Wichtig ist: „Er muss täglich üben, eine gute Physiotherapie macht hier 50 Prozent des Behandlungserfolges aus“, sagt Dr. Schmidt-Mertens. Das ist im St. Marien-Hospital möglich, weil alle behandelnden Abteilungen vor Ort und optimal verzahnt sind.

An die während der Operation verwendeten Geräte und Materialien werden ebenso wie an den Operateur höchste Ansprüche gestellt: „Besonders bedeutend ist die manuelle Koordination mit differenzierten Fertigkeiten des Operateurs unter Einsatz von speziellem Licht (Xenon) und Vergrößerung (Lupenbrille, Operationsmikroskop) sowie computergesteuerte Techniken (Navigation), die für Operationen am Bewegungsapparat eingesetzt werden“, erläutert Chefarzt PD Dr. Ulrich Quint.

Robel kann schon wieder lachen und bald auch wieder seinem Hobby nachgehen: Gitarre spielen. In Eritrea war er beim Übergang von der 6. auf die 7. Klasse, als er sich zur Flucht entschloss – seine selbst gebaute Gitarre blieb zurück. Robel spricht seine Muttersprache Tigrinya, außerdem etwas Englisch und inzwischen ganz gut Deutsch. Dass er hier im Krankenhaus Schulunterricht verpasst hat, ärgert ihn sehr. In seiner Wohngruppe hatte er außerdem bei Malerarbeiten geholfen. Und dort wartet auch wieder eine Gitarre auf ihn – gute Übung für seine (fast) wieder hergestellte Hand.

 

Prof. Beine in Focus-Ärzteliste

In der aktuellen Focus-Ärzteliste ist Chefarzt Prof. Dr. Karl H. Beine als Topmediziner im Bereich Schizophrenie gelistet.

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Die Focus-Ärzteliste entsteht durch Recherchen eines unabhängigen Institutes, das in seine Beurteilung die Bewertung anderer Ärzte und Patienten, Publikationen aus den vergangenen fünf Jahren und absolvierte Zertifizierungen einfließen lässt. Das Institut verwendet öffentlich zugängliche Informationsquellen und Fragebögen. Hier finden Sie den Zugang zur Liste.